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Der Better-Than-Average-Effekt – Warum wir uns selbst oft für besser halten

vom 22.01.2026

Was ist der Better-Than-Average-Effekt?

Fast alle glauben, besser als der Durchschnitt zu sein – ob beim Autofahren, in Mathe, bei der Teamfähigkeit oder sogar beim Humor. Dieses weitverbreitete Phänomen nennt sich Better-Than-Average-Effekt.

Es beschreibt unsere Tendenz, die eigenen Fähigkeiten, Eigenschaften oder Leistungen überdurchschnittlich positiv zu bewerten – auch wenn das statistisch kaum möglich ist. Schließlich kann nicht jeder über dem Durchschnitt liegen.

Warum glauben wir das?

Dieser Effekt hat viel mit unserem Selbstbild zu tun. Wir möchten uns kompetent, sympathisch und einzigartig fühlen. Dabei hilft unser Gehirn gern ein bisschen nach: Es merkt sich unsere Erfolge besser als unsere Misserfolge und vergleicht uns eher mit weniger fähigen Menschen als mit echten Top-Performer:innen.

Außerdem nutzen wir oft unklare Kriterien: Wenn jemand sagt „Ich bin überdurchschnittlich hilfsbereit“, bleibt offen, was genau das bedeutet – so machen wir es uns leicht, gut dazustehen.

Wo begegnet uns der Effekt im Alltag?

  • In der Schule: Viele halten sich für „besser vorbereitet“ als ihre Mitschüler:innen.
  • Im Straßenverkehr: Ein Großteil der Autofahrenden glaubt, sicherer zu fahren als andere.
  • In Bewerbungssituationen: Menschen schätzen ihre Soft Skills oft deutlich positiver ein, als es Außenstehende tun würden.

Ist das nur negativ?

Nicht unbedingt. Der Better-Than-Average-Effekt kann unser Selbstvertrauen stärken und motivieren. Wer an sich glaubt, traut sich mehr zu und entwickelt oft bessere Leistungen. Aber: Er kann auch blenden. Wer sich selbst überschätzt, geht Risiken ein, unterschätzt Herausforderungen – und hat Schwierigkeiten, mit Kritik umzugehen.

Wie kann man mit dem Effekt reflektiert umgehen?

  • Feedback zulassen: Höre auf Rückmeldungen von anderen – sie helfen, Dein Selbstbild realistischer einzuordnen.
  • Vergleiche sinnvoll wählen: Statt Dich mit einem „Durchschnitt“ zu messen, überlege, was persönliche Entwicklung für Dich bedeutet.
  • Selbstreflexion üben: Was sind Deine echten Stärken? Wo kannst Du noch wachsen?

 

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Dr. Chris Braunstein und Sara Baumeister
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